Rede Gottes

Notizen zur Rede Gottes

Nachtgedanken über Sophie

Mit dem Namen Gottes. Bismillāh.
Letztens schaute ich mir erneut die Szene im Film Sophie Scholl – Die letzten Tage von Marc Rothemund an. Jene Szene, in der Sophie Scholl, gespielt von Julia Jentsch vor dem Volksgerichtshof steht und mit dem Präsidenten des Volksgerichtshofs, Richter Dr. Roland Freisler, diskutiert. Es sind uns das Protokoll der Beschuldigtenvernehmung Sophies, das Strafurteil und das Protokoll über die Vollstreckung der Todesstrafe über Sophie erhalten; jedoch nicht – soweit ich weiß – die Sitzungsniederschrift mit den Aussagen Sophies, Hans‘ und Christophs. Trotzdem meine ich zu wissen, welche der Gerichtsaussagen, die im Film Sophie Scholl – Die letzten Tage dargestellt sind, von Sophie selbst stammen könnten.

Maria in der Bibel und im Koran – ein Vergleich

Bismillāh.
Der Bischof von Südarabien, Paul Hinder, bezeichnete einmal Maria als verbindendes Element zwischen Christentum und dem Islam. Maria spielt in beiden Religionen eine bedeutende Rolle, da sie dazu auserwählt wurde, den Messias zu gebären. Außerdem werden ihr auch viele andere positive Eigenschaften zugesprochen, welche sie aus Sicht der Anhänger beider Religionen zu einer vorbildlichen Figur für alle Jahrhunderte macht. Im Koran wird Maria von Gott für ihre Rein- und Keuschheit sehr wertgeschätzt (66:12); Gott hat sie vor allen anderen Frauen ihrer Zeit auserwählt (3:42). Zudem wird sie als eine „demütige Dienerin“ Gottes bezeichnet, die ein Vorbild für alle Menschen war und ist (66:11-12, vgl. Asad 2015). Auch in der Bibel wird Maria charakterisiert als „die Begnadete” (Lk 1,28), die gehorsame „Magd des Herrn” (Lk 1,38), die „exemplarische Glaubende” (Lk 1,45), die “exemplarische Hörende” (Lk 2,19, 2,51; vgl. Mußner 1984, S.19); diese Eigenschaften lassen sich vor allem im Lukasevangelium finden. Verbindende, aber auch trennende Elemente der Geschichte der Maria sind Bestandteile eines interreligiösen Dialogs, weshalb es wichtig ist, sich damit zu beschäftigen.

Meister Eckhart: Gottes- und Menschenbild sowie praktische Ethik im Vergleich mit dem Islam

Bismillāh
Über Meister Eckhart habe ich in verschiedentlicher Literatur immer einmal etwas gelesen. Sehr oft wird er als Mystiker charakterisiert und als jemand, der bedeutende Beiträge zur christlichen Theologie geleistet hat. In meiner Gemeindearbeit nimmt der sogenannte christlich-islamische Dialog einen wichtigen Platz ein. Da mich die christlichen Konzepte interessieren, war es naheliegend, mich an die Beschäftigung mit Meister Eckharts Denken zu wagen.

Dabei habe ich drei verschiedene Bereiche des Denken Eckharts ausgesucht, um sie möglichst geschlossen darzustellen und um einen guten Einblick zu gewinnen. Diese Bereiche sind das Gottesbild, das Menschenbild und die praktische Ethik Eckharts. Diese Arbeit besteht aber nicht nur aus einer reinen Darstellung, sondern bietet auch einen Vergleich mit den islamischen Lehren und eine Reflektion über die Inhalte, die hier besprochen werden. Damit soll auch aufgezeigt werden, wie sein Denken auf einen Muslim einen interessierten Laien in Sachen christlicher Theologie wirkt.

Wie hält man eine Chutba: Lehren aus den Freitagspredigten des Propheten (sas)

Bismillāh.
Das Freitagsgebet mit der dazugehörigen Predigt, der Chutba, gehört zu den am häufigst wiederkehrenden, gemeinschaftlichen Gottesdiensten. Während es viele Abhandlungen über der äußeren Normen dieses Gottesdienstes gibt (Fiqh), sind bisher nur wenige Beiträge vorhanden, die es in ihrer spezifischen Form, eingebettet in unserer hiesigen, deutschsprachigen Umgebung betrachtet und die Prediger (Chutabaaʾ) weiterbringt.
Dieser Beitrag will genau dies leisten und ist nicht nur für die jungen Prediger gedacht, sondern alle interessierten Muslime und Nichtmuslime.

„Und das Verbreiten des Wissens gehört zu den vorzugswürdigsten Taten“: Lehren vom Brief Imām Māliks

Bismillāh.

Einmal wurde Imām Mālik von ʿAbdullāh al-ʿUmarī (عبد الله العمري العابد) dazu aufgefordert, mehr Zeit in Abgeschiedenheit zu verbringen und mehr fromme Taten zu vollbringen. ʿAbdullāh al-ʿUmarī war für seine Askese bekannt, also sein Verzicht auf die diesseitigen Güter und der Vielzahl der Gottesdienste. Daher war auch eines der Beinamen ʿAbdillāhs „der Gottesdiener“ (al-ʿĀbid).

Der Brief, den Imām Mālik daraufhin schrieb, ist sehr aufschlussreich, zeigt er uns doch das Benehmen und ein richtiges Verständnis auf.

Der Qur’ān ist eine überzeitliche Botschaft

Bismillāh.

– Der Qur’ân ist ein Buch, das in einer bestimmten Zeit offenbart,
aber zeitlos ist,
an einem bestimmten Ort seine erste Wirkung entfaltet hat,
aber vom Ort unabhängig ist und
zunächst Bewohner der arabischen Halbinsel angesprochen hat,
aber nicht an sie gebunden ist. –

Gott sagt in der Übertragung Seiner Worte:
>>Er ist eine Ermahnung für alle Weltenbewohner. Ihr werdet ja ganz sicher nach einer gewissen Zeit die Wahrheit seiner Botschaft erfahren.<< [39:88]

„Sich selbst treu bleiben“: Die Frage nach der persönlichen Identität

Bismillāh.

„Sechs Jahre sind vergangen, seit ich herausgefunden habe, dass mein Sohn Drogen nimmt.“, schreibt Vincenzina Urzia in ihren Memoiren ´Anthony and Me´ (2014) über die Drogenabhängigkeit ihres Sohnes. „Ich war die ganze Zeit sehr traurig und am Boden zerstört, ganz zu schweigen von meiner Sorge um seine Gesundheit. Mein Sohn war nicht mehr dieselbe Person.“

Das ist eine merkwürdige Idee, dass jemand „nicht mehr die selbe Person“ sein kann. Diese Aussage fordert zum Nachdenken auf – kann sogar bei genauem Überlegen unverständlich sein. Trotzdem ist sie treffend, fängt dieses Gefühl ein, dass man jemanden nicht mehr wiedererkennt, den man früher einmal kannte. Viele Menschen haben es erlebt, dass jemand, den sie einmal liebten nicht mehr dieselbe Person zu sein scheint.

Über Islam, Homosexualität und homosexuelle Muslime

Bismillāh.
Denkst du, dass man Muslim und homosexuell sein kann? Wie sollen sich Muslime sich gegenüber Homosexuellen verhalten? Wie bringt du Homosexualität und Islam zusammen? Sind beide überhaupt vereinbar? Wie sollen sich Muslime in einer Gesellschaft verhalten, die Homosexualität befürwortet?

Diese Fragen lassen sich beantworten, wenn man sich von der konkreten Thematik der Homosexualität wegbewegt und das Koordinatensystem der Rede Gottes anlegt. Dann lassen sich Eckpunkte identifizieren, die eine Orientierung gewährleisten.

Kurze Anmerkungen zu 9:112

Bismillāh.

Eine Schwester fragte mich vor kurzem, wie ich die Āya 112 in Sūrat at-Tauba übersetzen würde. Ihr kam es komisch vor, dass dort der Ausdruck „diejenigen die asketisch leben“ benutzt wird. Sie meinte, im Islām gebe es doch kein Asketentum.

Die von ihr genannte Āya ist in der Tat aus mehreren Gesichtspunkten interessant, sodass ich gerne schriftlich einige kurze Anmerkungen anbringen möchte.

Wie deine Feinde zu Freunden werden

Bismillāh

Vor einer Woche habe ich mich mit einem bekennenden Christen unterhalten, der unser Gespräch damit einleitete, dass der Christentum Alleinstellungsmerkmale habe, durch den Glauben an die Kreuzigung Jesu, seiner Wiederauferstehung und seiner Lehre, den Feind zu lieben. Er fragte mich, ob es denn die Liebe zu Feind gäbe im Islam, so eine Aussage habe er bisher nicht gefunden.

Ich zögerte etwas. Denn die christliche Lehre zielt auf eine bestimmte Grundhaltung, die es im Islam auch gibt, aber in differenzierterer Form. Ich erklärte ihm, dass wir unterscheiden müssen zwischen Feinden, die uns nach dem Leben trachten, zwischen Andersgläubigen und der breiten Masse der Bevölkerung.
Möchte man darüber nachdenken, wie die Propheten Gottes mit ihren Feinden verfahren sind, so müssen die Handlungen Mose, Jesu, Jona, Salomon, David und auch Muhammads auf den gleichen Prinzipien fußen. Denn alle hatten Gott als ihren Herrn und Erzieher. Und sie alle zeichnen sie durch ihre Fähigkeit aus, ihre Feinde zu Freunde zu machen.
Aber wie haben sie es geschafft und wie müssen wir vorgehen?

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